Rückblick auf Rosenmontag – Mitgliederversammlung der Spiesratze

Stefan Kleinehr, Winfried Ketzer, Christoph Joußen

Rückblick auf Rosenmontag
Der Rosenmontag startet auch in der kommenden Session (12. Februar 2018) wieder in Friedrichstadt. Das hat das Comitee Düsseldorfer Carneval (CC) jetzt bekanntgegeben. Wie CC-Organisationsleiter Sven Gerling erklärte, gebe es aus sicherheitstechnischen Gründen keine Alternative. Die kurzen Anfahrtwege von der Wagenbauhalle zum Aufstellort (Cornelius-/Mecumstraße) sprechen für sich. Dass es in diesem Jahr zu einigen Startschwierigkeiten gekommen war, sei, so die Meinung auch der Spiesratze, zu verkraften gewesen. Um diese geringfügige Verzögerung aber künftig zu vermeiden, soll etwas früher mit der Aufstellung begonnen und die Mottowagen von der Heresbachstraße eingeleitet werden.

CC-Vizepräsident Stefan Kleinehr (Foto), der auch Diplom-Handlanger der Spiesratze ist, will 2018 mit einer alten Tradition brechen und mehr Sendezeit in der ARD für den Düsseldorfer Zug erreíchen. „Denn schließlich hatte unser Zug eine höhere Einschaltquote als der Kölner.“ Mal abwarten, ob es klappt. Zu wünschen wäre es dem Düsseldorfer Karneval.

Schatzmeister Uwe Schnierer

Schatzmeister Uwe Schnierer

Mitgliederversammlung in der Buscher Mühle
Zum zweiten Mal nach 2016 hielten die Spiesratze ihre jährliche Mitgliederversammlung in der Buscher Mühle ab. Im Mittelpunkt des Abends standen die Ausführungen des Vorsitzenden Heinz Krudwig und des Schatzmeisters Uwe Schnierer. Während der Vorsitzende einen umfassen Überblick des Geschäftsjahres 2016 gab und alle Maßnahmen und Veranstaltungen der Spiesratze vortrug, berichtete der Schatzmeister über die Finanzlage der Gesellschaft. Wie die Kassenprüfer Ingrid Rüther und Bernd Reinisch bestätigten, wurde die Kasse ordnungsgemäß geführt. Sie empfahlen daher, dem Vorstand Entlastung zu erteilen, was dann auch geschah. Zur Wahl standen diesmal die Kassenprüfer. Neben Ingrid Rüther, die auch im kommenden Jahr die Kasse prüfen wird, wurde Reinhard Nieswand als zweiter Kassenprüfer und Reinhard Arndt als Ersatz-Kassenprüfer von der Versammlung einstimmig gewählt. Positiv: Die Beiträge der Mitglieder bleiben weiterhin stabil – so hat es die Mitgliederversammlung entschieden. Bei der nächsten Mitgliederversammlung im März 2018 werden die Vorstandswahlen im Mittelpunkt stehen. Alle Vorstandspositionen (Vorsitzender, Oberpolier, Schatzmeister und Geschäftsführer) müssen gewählt werden.

 

Was für ein schöner „Saustall“! – Trauer um ehemalige Venetia

Schwarze Sau

Hier fühlt sich die „Schwarze Sau“ ganz wohl: im eigenen Stall!

Was macht eigentlich ein Wagenbauer, wenn es am Spiesratze-Wagen bis November nichts zu bauen gibt? Er baut – aber etwas ganz anderes. Seit gut eineinhalb Jahren, seit der Grundsteinlegung 2015, gibt es für das Wagenbauteam den Förderverein „Schwarze Sau“. Gründer und Präsident ist Reinhard Arndt, der auch ein Sparschwein, eine schwarze Sau, gestiftet hatte.

Was lag also näher, der schwarzen Sau einen Stall zu bauen? Gesagt, getan. Aus alten Brettern, gefunden auf dem Speicher, wurde sehr schnell ein Stall (sogar mit Fenster) gebaut, für das Dach wurde eine Sperrholzplatte genommen. Blaue und rote Farben wurden zum Anstrich verwertet. Fertig war der luxuriöse Stall für die schwarze Sau. Mal ehrlich: Ist das nicht ein schöner Saustall?

 

Prinzenpaar-Orden 1996

Der Prinzenpaar-Orden 1996 von Prinz Günther III. und Venetia Claudia.

Venetia Claudia (1996) am Rosenmontag gestorben
Leider gibt es auch eine traurige Nachricht: Am 27. Februar 2017, am Rosenmontag, starb die ehemalige Venetia Claudia Keime im Alter von 60 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Günther regierten sie 1996 als Prinzenpaar die Jecken in der Landeshauptstadt Düsseldorf.  Motto: Der Globus eiert – Düsseldorf feiert. In Erinnerung an ihre Regentschaft ist die sehr zürückhaltende Ausgabe der Prinzenpaar-Orden geblieben. „Den Orden muss man sich schon verdienen“, war das Credo des Prinzenpaares. Wer schon am Eingang mit gebückter Haltung stand, um einen Orden zu ergattern, hatte keine Chance.

Schon Im Herbst 2011 starb Prinz Günther III. – ebenfalls nach einer schweren Krankheit im Alter von 64 Jahren. Er war übrigens auch ein guter Fußballspieler, so trug er in den 1970er Jahren für eine Spielzeit das grün-weiße Trikot des damaligen Bezirksligisten PSV Borussia 02.

Nun folgte ihm seine Ehefrau und Venetia Claudia, die auch Vorstandsmitglied des Venetienclubs war. Sie wurde am 17. März 2017 auf dem Heerdter Friedhof beigesetzt. Beide haben nun dort ihre letzte Ruhestätte gefunden.

Foto und Scan: Bernhard Lück

Rückblick auf eine sensationelle Session

Wilhelm Rosenbaum

Baumeister Wilhelm Rosenbaum, Geschäftsführer der Spiesratze

„Ich finde, dass wir eine großartige Session hatten“, fasste Wilhelm Rosenbaum, Geschäftsführer der Spiesratze, sein Sessions-Fazit kurz, aber treffend zusammen. Es war in der Tat eine herausragende Session für die Bauhandwerker unter den Karnevalisten. Ein Höhepunkt jagte den nächsten. An dieser Stelle sei ein kleiner Rückblick auf die Highlights gestattet:

Die Veranstaltungen
„Spiesratze feiern die Vollendung ihres Rosenmontagswagens: Richtfest mit Leberkäs“ – so überschrieb die Internetzeitung „report-D“ ihren ausführlichen Bericht über das Fest in der Wagenbauhalle.

Die Spiesratze und ihre Gäste feierten außer Rand und Band im restlos ausverkauften Rheingoldsaal“ (report-D) und „einen Eisbrecher brauchte es bei der großen Karnevalssitzung der Düsseldorfer Spiesratze nicht“ (Rheinische Post). Alle waren sich einig: „Diese Sitzung ist nicht mehr zu toppen!“

„Premiere geglückt“ titelte der Rheinbote den ausführlichen Bericht über die Handwerkersitzung.

Auch die weiteren Veranstaltungen konnten sich sehen lassen: Närrischer Senioren-Kaffee im St. Anna-Stift, die Teilnahme am Rosenmontagszug (Wagen 24) und die Beerdigung des Hoppeditz‘ am Aschermittwoch im Stadtgarten.

Spiesratze in der HWK

Altweiberfastnacht: die Spiesratze in der Handwerkskammer

Besuche der Veranstaltungen anderer Gesellschaften
Es gehört inzwischen zur guten Tradition, auch Veranstaltungen anderer Vereine oder Institutionen zu besuchen. Doch so oft wie in der Session 2017 waren die Spiesratze noch nie unterwegs gewesen. Jedes Wochenende war voller Einsatz gefordert. Im traditionellen Outfit (Baselöngken, weiße Hose, Putzerkappe) waren die Spiesratze ein Hingucker. Hier einige Besuche (kein Anspruch auf Vollständigkeit): Jahresempfang der Zugleitung, Richtfest des Narrencollegiums, Neujahrsempfang der Pfarre Heilige Dreifaltigkeit, Prinzenpaar-Empfang in der Hausbrauerei Schlüssel, Besuch der Ausstellung zur Narrenfreiheit (Jacques Tilly), Jubiläumsfrühschoppen 8×11 Jahre KG Lott Jonn, Rheinisches Garde-Corps der Stadt Düsseldorf, erstmalige Auslosung der Zugfolge im Henkelsaal, Schwänzkes-Essen der Tonnengarde Niederkassel, Übergabe der Versicherungspolice in der Provinzial, Richtfest der Büdericher Heinzelmännchen, Altweiber-Tour zur Kreissparkasse und zur Handwerkskammer, Schrottgala im Brauhaus „Uerige“ und, und, und . . .

Was ist sonst noch erwähnenswert?
Dass sich die Qualität der Spiesratze-Sitzung mittlerweile deutschlandweit herumgesprochen hat, zeigen die Heimatorte einiger Besucherinnen und Besucher: Bremen, Hamburg, Würzburg und München.

Tony Percival, Annette, Karo und Nick vor dem Spiesratze-Wagen

Tony Percival, Annette, Carol und Nick vor dem Spiesratze-Wagen

Zum Rosenmontagszug waren sogar Gäste aus England angereist. Tony Percival, Annette, Carol und Nick hatten den weiten Weg aus der Nähe von Manchester nach Düsseldorf auf sich genommen, um den rheinischen Karneval hautnah zu erleben. Natürlich durfte ein Besuch in der Wagenbauhalle nicht fehlen. Oberbaurat Bernhard Lück zeigte ihnen nicht nur alle Wagen in der Halle, sondern ganz besonders das Spiesratze-Gefährt.

Spiesratze-Wagen und Trecker

Der 180 PS-starke Traktor zog den Spiesratze-Wagen sicher durch die Straßen.

Mit 180 PS wurde am Rosenmontag der Wagen der Spiesratze durch Düsseldorf gezogen. Der Traktor der Marke „John Deere“ wurde von einem ausgezeichneten Traktorfahrer aus Mönchengladbach gelenkt. Nach jedem Stopp  fuhr er so sanft wieder an, dass die Besatzung es überhaupt nicht merkte. Danke!

Fotos:
Bausenator Wolfgang Thiedig (1), Handwerkskammer (1), Bernhard Lück (2)

 

Ein „Helau-luja“ auf den Hoppeditz: Ja, das war’s – die Session 2017 ist vorbei

Hoppeditzbeerdigung am 01. März 2017

Aufgebahrt im Ibach-Saal: der Hoppeditz, im Hintergrund Standartenträger Reinhard Nieswand.

Hoppeditzbeerdigung am 01. März 2017

Auf dem Trauerzug durch die Carlstadt, kurz vor Erreichen des Stadtgartens.

„Am Aschermittwoch ist alles vorbei . . . „, so heißt es in einer alten karnevalistischen Volksweise. Nachdem das letzte Helau verklungen, der letzte Orden verliehen und das letzte Bützchen verteilt worden waren, kehrte der triste Alltag wieder ein. Doch bevor es soweit war, hatten die Karnevalisten noch eine traurige Pflicht zu erfüllen: die Beerdigung des Hoppeditz‘. Wie schon seit vielen Jahren traf sich die Trauergemeinde um 11.11 Uhr im Ibach-Saal des Stadtmuseums an der Berger Allee, um der Düsseldorfer Kultfigur die letzte Ehre zu erweisen. Auf der Bühne war der Hoppeditz aufgebahrt, der in der Nacht zuvor (völlig überraschend) aus dem Leben geschieden war.

Hoppeditzbeerdigung am 01. März 2017

Es ist vorbei: Der Hoppeditz wird im Stadtgarten eingeäschert.

Nach den Trauereden von Helga Hesemann, der Vorsitzenden des Heimatvereins Düsseldorfer Weiter, Dennis Vobis, Präsident des Narrencollegiums, und Pastörken Ulla Groß („Helau-luja“) ging es dann für den Verstorbenen  auf den letzten irdischen Weg. Unter großen Wehklagen wurde der Hoppeditz auf einer Bahre – quer durch die Carlstadt – in den Rosengarten des Stadtmuseums gebracht. Dort mussten die rund 200 Trauernden mit ansehen, wie der Hoppeditz eingeäschert wurde. Um kurz nach zwölf Uhr blieb nur noch ein Häufchen Asche übrig. Anschließend symbolisierte das traditionelle Fischessen im Café Ey endgültig das Ende der Karnevalssession 2017. Aber: In 274 Tagen erwacht der Hoppeditz wieder zum Leben!

Königsallee

Auf der Kö, auf der Kö, auf der Königsallee . . .

Noch zwei Tage zuvor erlebte der Düsseldorfer Karneval  seinen Höhepunkt: der Rosenmontagszug. Erstmals startete der närrische Lindwurm in Friedrichstadt auf der Cornelius-und Mecumstraße. Nach anfänglichen Schwierigkeiten ging es dann aber sehr zügig voran. Die Organisatoren hatten „ganze Arbeit“ geleistet. Von fast allen Karnevalisten wurde positiv bewertet, dass alle Wagen während der Startphase zu sehen waren. Klasse!

Rosenmontag 2017

Die Fußgruppe kurz vor dem Einbiegen auf den Marktplatz.

Rosenmontag 2017

Oberpolier Dennis Klusmeier, Baurat Rolfgeorg Jülich und Oberbaurat Bernhard Lück (von links) grüßen das närrische Volk vor dem Rathaus.

 

 

 

 

 

 

 

Kurz vor der Rampe zur Oberkasseler Brücke bog der Zug dann in die Mühlenstraße ein und folgte exakt der alten Route mit der Vorbeifahrt an Jan Wellem und dem Rathaus. Die Stimmung war wie immer glänzend, besonders auf der Kö. Dort stand zu beiden Seiten eine unübersehbare Menschenmenge, die den Wagenbesatzungen viele Helaus zuriefen. Am Bilker Bahnhof war dann leider Schluss, aber alle waren natürlich froh, dass das Wetter mitgespielt hatte. Der angekündigte Regen mit Sturmböen fing erst an, als schon alle Wagen wieder „daheim“ waren. Die 25-köpfige Wagenbesatzung und die Fußgruppe werden die Teilnahme am schönsten, bissigsten und politischsten Rosenmontagszug in Deutschland so schnell nicht vergessen.

Fotos: Ralf Krudwig (5), Bernhard Lück